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akute vs. chronische Wunden....

Man unterscheidet zwischen akuten Wunden und chronischen Wunden. Eine akute Wunde ist eine Verletzung der Haut, die plötzlich und unerwartet auftritt. Die akute Wunde verheilt, in der Regel, ohne Komplikationen innerhalb von kurzer Zeit. Zu den akuten Wunden zählen...

- Abschürfungen

- Schnittwunden

- Schusswunden

- Stichverletzungen

- Verbrennungen

- Penetration von außen


Im Gegensatz zu akuten Wunden sind chronische Wunden zu benennen - Ein Wunde bezeichnet man dann als chronisch, wenn diese, trotz adäquater Behandlung, innerhalb von 8 - 12 Wochen nicht heilt bzw. es schon abzusehen ist, dass diese nicht heilen wird. Als typische Ursachen für chronische Wunden zählt man Durchblutungsstörungen venös sowie arteriell, Diabetes mellitus, Infektionen oder Mangelernährung. Chronische Wunden treten vermehrt im hohen Alter auf und belasten oft auch die Psyche des Betroffenen. Die Behandlung ist genauso wichtig wie die Vorsorge, damit chronische Wunden erst gar nicht entstehen.


Am häufigsten sind die Beine von chronischen Wunden betroffen - an der Innenseite des Unterschenkels verursacht eine venöser Rückstau oft chronische Wunden, an der Außenseite sowie am Fußrücken findet man oft chronische Wunden durch eine pavK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) verursacht. Außerdem sind noch Fußulcera an der Sohle oder Zehenspitzen als typische chronische Wunden zu benennen - hier sind die Nervenenden betroffen durch das diabetische Fußsyndrom. Ein Wundliegen (Decubitus) wird ebenfalls als chronisch bezeichnet - Ursachen dafür sind Druck, Reibung und Scherkräfte, vor allem bei Mangelernährung.



Die wichtigsten Ursachen für chronischen Wunden nochmal zusammengefasst:


pavK - periphere arterielle Verschlusskrankheit

hierbei handelt es sich um einen teilweisen oder vollständigen Verschluss der Arterien, was zur Folge hat, dass nicht mehr alle Bereiche mit frischem, sauerstoffreichem Blut versorgt werden können. Es gibt dafür vier Hauptrisikofaktoren: Rauchen, Diabetes Mellitus, hohe Blutfette und hoher Blutdruck.

CVI - chronisch venöse Insuffizienz

es besteht eine fehlende Abflussmöglichkeit des venösen Blutes, dadurch 'versackt' das Blut in den Beinen. Oft ausgelöst durch Thrombosen oder Krampfadern.

diabetisches Fußsyndrom

ein langfristig erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt Blutgefäße sowie Nerven (vor allem an den Füßen), da sie nicht mit ausreichend Blut, Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden können. Diese Patienten haben ein vermindertes Schmerzempfinden und dadurch können zu enge Schuhe oder Bagatellverletzungen oft zu chronischen Wunden werden.

geschwächtes Immunsystem

Krankheiten, Krebs, Impfreaktionen oder Infektionen schwächen das Immunsystem - dadurch wird das Immunsystem geschwächt und man ist anfälliger für Verletzungen und Wunden, welche durch oben genannte Problematik schlechter heilen und oft chronisch werden. Manchmal ist aber auch das hohe Alter oder ein schlechter Ernährungszustand Auslöser für ein geschwächtes Immunsystem.

mangelde Bewegung

Erkrankungen behindern uns oft in der Bewegung oder auch ältere Personen sind meist nicht mehr so gut mobil bzw. auch bettlägrig, dadurch kommt es zu Druckgeschwüren, hervorgerufen durch das eigene Körpergewicht, durch Reibung oder Scherkräften.

Unfälle

Durch Unfälle kommt es mitunter zu Quetschungen, Rissen oder Verletzungen. Dieses betroffenen Areal kann eine verzögerte Wundheilung zur Folge haben durch verminderte Durchblutung und somit Unterversorgung der Wunde mit Sauerstoff.


Chronische Wunden sind oft Schmerzhaft. Schmerzen verursachen vor allem Schlafstörungen, was sich wiederum auf die Psyche des Betroffenen auswirkt. Infektionszeichen in bzw. rund um die chronische Wunde sind keine Seltenheit - dies verzögert die Wundheilung.



Chronische Wunden sind...


- Ulcus Cruris (offenes Bein)

zu 80% gilt eine venöse oder arterielle Durchblutungsstörung als Ursache. Selten können auch Entzündungen oder Hauterkrankungen dafür verantwortlich sein.

- Diabetisches Fußsyndrom

diese sind vorrangig an den Fußsohlen, an den Zehenspitzen oder am Fußaußenrand zu finden. Schuld daran ist ein schlecht eingestellter Diabetes Mellitus der langfristig die Nervenenden schädigt, auch die arterielle Versorgung der Peripherie ist nicht nicht mehr gegeben.

- Decubitus

Als Decubitus wird ein Druckgeschwür bezeichnet, welches durch langen Druck auf die gleiche Stelle entsteht - Das Wundliegen/Wundsitzen wird begünstigt durch Mangelernährung in Kombination mit Reibung und Scherkräften. Typische Lokalisation eines Decubitus ist der Bereich sakral, an den Hüftknochen oder an der Schulter - Ein Decubitus entsteht über Knochenvorsprüngen.

- postoperative Wundheilungsstörung

Durch die Manipulation an der Haut kommt es nicht selten zu Quetschungen - diese sind dann dafür verantwortlich, dass eine, eigentlich 'saubere' Operationswunde, nicht gleich verheilt sondern als chronisch gesehen wird. Auch vergessene Nähte oder Wundinfektionen können daran schuld sein.


Um chronischen Wunden entgegenzuwirken kann man vorbeugend darauf achten, dass der Blutzuckerwert gut eingestellt ist sowie eine ausgewogene Ernährung zu sich genommen wird. Regelmäßige Kontrolle bei der Fußpflege dient ebenso der Früherkennung von chronischen Wunden.


Bei einer CVI gilt eine Kompressionstherapie mit Kompressionsstrümpfen, Bandagen oder Zweilagenkomponentensystemen (Urgo K2) als unerlässlich. Bei infizierten Wunden empfiehlt sich die Gabe von Antibiotika, ein Debridement sowie gegebenenfalls die Anlage eines Unterdruck-Systems.


Chronische Wunden kehren oftmals immer wieder - es bildet sich ein Rezidiv. Patienten mit chronischen Wunden begleiten diese oft bis ans Ende des Lebens.


Chronische Wunden benötigen eine adäquate Betreuung,

effektives Exsudatmanagement,

begleitende medizinische Therapie (Analgetika, Antibiotika,...), gute interdisziplinäre Zusammenarbeit

aber vor allem ZEIT.



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