... die 10 häufigsten Fragen...
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Moderne Wundbehandlung ist eine Herausforderung für alle Beteiligten. Die Behandlung von Wunden, unterschiedlichster Ursache, stellt im Alltag sehr oft eine therapeutische Herausforderung dar. Hier sind mal die wichtigsten Fragen, die bei der Behandlung von chronischen Wunden auftreten, zusammengefasst.

Ulcus Cruris venosum sin. bei CVI. Patient nur teilweise complient - Behandlung mitunter schwierig, da auch das häusliche Umfeld eher nicht den hygienischen Standards entspricht.
Foto aus dem eigenen Archiv.
1. Das Wichtigste ist die Beurteilung der Wunde an sich!
Um eine Wunde beurteilen zu können, ist es wichtig, dass man eine allgemeine Anamnese macht sowie Vorbefunde und Grunderkrankungen kennt. Das Wissen daraus ist für die Kausaltherapie unerlässlich und muss in das Therapiekonzept mit einbezogen werden. Hier kann nach der ABCDE-Regel vorgegangen werden. Wichtig ist die eigentliche Ursache zu einer chronischen Wunde bzw. zu einem Ulcus Cruris zu definieren (ULCUS CRURIS IST KEINE DIAGNOSE, SONDERN EIN SYMPTOM). Am Häufigsten ist ein vaskuläres Problem (Gefäße) die Ursache einer chronischen Wunde, aber auch Diabetes oder Druckulcera sowie postoperative Wundheilungsstörungen sind häufige Ursachen.
2. Denken wir auch an diverse Differenzialursachen!
Oft sind auch lokale Faktoren ausschlaggebend für eine chronische Wunde. Kommt es, trotz fachgerechter, kausaler und symptomatischer Therapie inkl. ausreichender Complience innerhalb von 6 Wochen zu keiner Heilungstendenz, sollte die Diagnose neu evaluiert werden.
3. Wer ist wofür zuständig?
Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt bzw. Ihr behandelnder Wundmanager - dieser ist für die Erstellung einer Diagnose wichtig. Der klinische Befund, Fußpulse, Dopplerindex etc. sind dafür ausschlaggebend. Zusätzlich zum Allgemeinzustand der Patient*Innen sind weitere Optionen ein Laborbefund, der Gefäßstatus oder ein Abstrichbefund sein. Interdisziplinäre Zusammenarbeit wird hier Groß geschrieben - Angeologie, Phlebologie, Gefäßchirurgie, plastische Chirurgie, diabetische Fußambulanz, Radiologie, Neurologie und Dermatologie sind mögliche Optionen - Ihr Wundmanager berät sie diesbezüglich gerne.
4. WAS BEDEUTET MODERNES WUNDMANAGEMENT?!?
Standartmäßig wird beim modernen Wundmanagement bei der Behandlung von chronischen Wunden die feuchte Wundbehandlung angewendet. Sprich der Wundmanager sorgt für ein optimal feuchtes Wundmilieu (Ausnahme ist das trockene Gangrän bei pavK - hier wird eine Mumifizierung angestrebt). Das Prinzip der feuchten Wundbehandlung besteht darin, dass ein feuchtes Wundmilieu die Wundheilung unterstützt, indem es ein ideales Mikroklima für die, überlappend verlaufenden Wundheilungsphasen ermöglicht. Die Phasen der Wundheilung sind Reinigungs-, Granulations-, Epithelisierungsphase. Zusätzlich sorgen atraumatische Verbandswechsel für eine Reduzierung der Schmerzsituation. Die jeweiligen Verbandsstoffe werden durch Ihren Wundmanager, wund-erbar Stefan Bergmann, je nach Lokalsituation individuell angepasst.
Verbandsstoffe gibt es wie Sand am Meer - und jeder Hersteller verspricht einem DAS WUNDERMITTEL zur Behandlung Ihrer chronischen Wunde. Der erfahrene Wundmanager hat seine bevorzugten Verbandsstoffe und arbeitet überwiegend mit den selbigen, ist jedoch aber auch offen für neue und andere Verbandsmaterialien. Die Produktgruppen umfassen unter anderem Alginate, Hydrofaserverbände, Schaumstoffe, Hydrokolloidverbände, Superabsorber, uvm. Auch eine Kombination mit den verschiedensten Verbänden ist möglich und in gewisser Weise auch sinnvoll.
Moderne Wundverbände können bis zu sieben Tage belassen werden -
je nach Exsudat und ob eine Infektion vor liegt?!
5. Wann verwende ich welchen Verband?
Das Ziel einer Wundauflage ist es, ein optimales Exsudatmanagement sowie relative Schmerzfreiheit zu gewährleisten. Für gering bis mäßig sezernierende Wunden empfehlen sich, in der Regel, Alginate und Hydrofasern - bei mäßig bis stark sezernierenden Wunden nimmt man im allgemeinen Schaumstoffverbände. Bei flachen, gut heilenden Wunden verwendet man gerne Hydrokolloide (der Mutterverband der modernen Wundversorgung) und bei stark sezernierenden Wunden eignen sich Superabsorber.
6. Wozu wird eine Wunde gereinigt?
Beläge und Nekrosen stören den Wundheilungsprozess entscheidend und sollten daher auch bei jeden Verbandswechsel entfernt werden. Dies kann mit einer neutralen Lösung oder einer Wundspüllösung im Zuge der Nassphase passieren bzw. mittels scharfen Löffel, Kürette, Skalpell, Schere oder Pinzette chirurgisch/mechanisch. Dabei können auch lokalanästhetische Cremen oder Sprays zur Schmerzreduktion verwendet werden. im häuslichen Umfeld werden auch gerne Wundgele oder selten enzymatische Cremen benutzt. Bei starken und großflächigen Nekrosen kommt die sogenannte Madentherapie zum Einsatz.
7. Wann soll ein Wundabstrich gemacht werden?
Wenn eine Infektion vorliegt ist ein Wundabstrich indiziert. Bei Fieber, Reduktion des Allgeimeinzustandes, Gliederschmerzen, etc. den sogenannten systemischen Infektionszeichen ist eine Antibiotikumgabe per os oder intravenös indiziert. Als erstes wird ein Breitbandantibiotikum angewendet und dieses nach Ergebnis des Wundabstriches, dem Antibiogramm, adaptiert und spezifisch angepasst. Das Ergebnis dauert ca. 5 - 7 Werktage). Bei lokalen Infektionszeichen, wie schmierige Beläge, vermehrte Sekretion, übler Geruch, Verfärbungen etc. kommen antiseptische Verbände wie Silber, medizinischer Honig, Jod oder Polyhexanidaufagen zum Einsatz um die Keimbelastung zu reduzieren oder zur Gänze zu beseitigen. Der Einsatz von lokalen Antibiotikacremen gilt als obsulet und werden somit nicht mehr angewandt.
8. Entzündungszeichen am Unterschenkel
Entzündungszeichen sind Rubor - Rötung, Dolor - Schmerz, Calor - Überwärmung, Tumor - Schwellung und functio laesa - eingeschränkte Funktion. Noch bevor es zu einer Wunde kommt, treten eine oder mehrere dieser Entzündungszeichen auf - es besteht Handlungsbedarf!
9. Kompressionstherapie wann und warum?
Durch die Kompressionstherapie kommt es zu einer Erhöhung des Gewebe- und Ödemdrucks, zu einer Verminderung des venösen Gefäßdurchmessers mit einer erhöhten Fließgeschwindigkeit des Lymphflusses und somit zu einer rascheren Wundheilung. Die Ödeme werden minimiert. In etwa 70% aller Ulcus Cruris sind venös bedingt. Ohne adäquate Kompressionstherapie kann es nicht zu einer Heilung des Ulcus Cruris venosum kommen. Verwendet werden vor allem Kurzzugbandagen, Mehrkomponentensysteme, Zinkleimverbände oder Kompressionsstrümpfe. Kontraindikation für die Verwendung einer Kompressionstherapie ist eine fortschreitende arterielle Durchblutungsstörung (pavK) oder eine dekompensierte Herzinsuffizienz.
10. Was ist sonst noch zu bedenken?
Die moderne Wundversorgung ist ein entscheidender Faktor für den Therapieerfolg bzw. die Abheilung der Wunde. Entscheidend ist eine phasengerechte Wundversorgung. Auch die Grunderkrankung sollte auf jeden Fall behandelt werden, da man sonst nur um eine Symptombehandlung durchführt. Die kausale Therapie (Ursachenbehandlung) der Ulcusgenese sollte, wenn möglich immer durchgeführt werden. Dazu gehört die Kompressionstherapie sowie die Sanierung einer Varikose bei venöser Genese, Revaskulation bei arterieller Ursache oder Druckentlastung bei diabetischem Fußsyndrom.
Auf jeden Fall sollte gelten - bei wund-erbar ist dies selbstverständlich - der Mensch wird als Gesamtperson behandelt und nicht nur seine Wunde.
Die Lebensqualität steht bei wund-erbar im Vordergrund.
der wund-erbaer und sein Team stehen jederzeit für Fragen aller Art zur Verfügung und wir werden diese nach bestem Wissen und Gewissen beantworten.
Moderne Wundversorgung ist für uns Berufung nicht nur Beruf!!!
Wir betreuen Sie und Ihre Wunde nach modernsten Methoden und mit den besten Materialen!





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