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Stefan Bergmann Wundmanagement
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...Kortison: Besser als sein Ruf?!...

Kortison ist keine Wunderwaffe. ES HEILT NICHT SONDERN LINDERT DIE SYMPTOME. Allergien zum Beispiel haben oft eine Ursache, die durch Kortison bekämpft werden kann. Ärzte verschreiben meist Kortison für eine bestimmte Zeit, danach jedoch empfehlen sie ein Medikament ohne Wirkstoff. Ein einheitliches Behandlungsschema gibt es bei Kortison nicht. Der Entzündungshemmer Kortison hilft gegen zahlreiche Beschwerden, doch viele Patienten und Patientinnen fürchten sich vor dessen Nebenwirkungen. Zu Recht?

Kortison ist einer der vielen Wirkstoffe aus der Gruppe der Glukokortikosteroide (Glukokortikoide). Diese kommen als Hormone natürlicherweise im Körper vor. Kortison kann aber auch künstlich hergestellt werden und in Form von Medikamenten dem Körper zugeführt werden. Kortison wird umgangssprachlich oft für alle Medikamente verwendet die den Glukokortikosteroiden zugeordnet werden.


Seit nunmehr über 60 Jahren wird Kortison vollsynthetisch auf dem Markt angeboten. Anfangs war nur wenig über die Nebenwirkungen bekannt und man wusste nur wenig über die fachgerechte Anwendung. Zu Beginn wurden Kortisonpräparate oft falsch, nämlich in zu hoher Dosierung eingesetzt und auch oftmals zu lange, was zu erheblichen Nebenwirkungen der Betroffenen führte.


Allein schon der Begriff Kortison löst bei vielen Menschen Angst und Bang aus. Sie verbinden damit Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme oder Knochenbrüche. Jedoch richtig eingesetzt ist Kortison bei weitem besser als sein Ruf, denn richtig angewendet ist es ein sicheres und wirksames Medikament.

Kurzfristig eingesetzt kann es rasch Entzündungen bekämpfen und helfe damit verbundene Schmerzen zu lindern. Zum Problem wird Kortison erst dann, wenn es, wie bereits oben beschrieben zu häufig, zu hoch dosiert oder auch zu lange eingenommen wird. Heutzutage wird Kortison immer weniger falsch verordnet, da viele Therapien auf modernere, verträglichere Medikamente umgestellt werden können.


Was ist Kortison und wie wirkt es?!

Glukokortikoide, oder Kortison genannt, leiten sich von den köpereigenen Nebennierenhormon Corisol ab. Als körpereigenes Hormon besitzt Cortisol folgende Eigenschaften im täglichen Leben und vor allem bei Stress:

- Sicherung der Herz-Kreislauffunktionen durch Erhöhung des Blutdruckes

- Erhalt eines ausreichenden Blutzuckerspiegels

- Steuerung des Salz - Wasser Haushaltes

- Steuerung des Immunsystems

Cortisol wird deshalb auch als das STRESSHORMON bezeichnet. Glukokortikoide wirken antiallergisch, antientzündlich und hemmen das körpereigenen Immunsystem, deshalb kommen sie auch bei zahlreichen Erkrankungen zum Einsatz.


In welcher Form wird Kortison verabreicht?

Als Mittel zum Auftragen auf die Haut, in Form von Cremen, Salben oder als Lotion. Diese können Hautausschläge rasch und wirksam lindern. Daher eignen sie sich besonders bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis, anderer Exzeme oder bei Schuppenflechten. Salben und Cremen mit 'CORT' als Zusatz oder im Namen haben immer einen Kortisonanteil. Bei vielen anderen Hauterkrankungen ist sie jedoch nutzlos oder sogar schädlich. Daher ist eine genaue Diagnose vorab unbedingt erforderlich.

Um Nebenwirkungen zu vermeiden muss die Stärke an die Dicke und Empfindlichkeit der Haut an der betroffenen Stelle angepasst werden. An dünnen Hautstellen, wie im Gesicht, an Gelenkbeugen oder im Intimbereich wirkt Kortison stärker. Die Wirkung von Kortison hängt zudem von der Dosierung, der Trägersubstanz (Creme, Lotion,...), und der Anwendung ab. Wird Kortison beispielsweise auf feuchte Haut aufgetragen, wie etwa nach dem Baden oder Duschen verstärkt sich die Wirkung gegenüber dem Auftragen auf trockene Haut. Wird die betroffene Stelle zusätzlich mit einem Verband oder einem feuchtem Wickel versorgt nimmt die Haut ein Vielfaches des Wirkstoffs auf. Dies ist vor allem bei Kleinkindern zu beachten.



Viele Menschen tragen entweder zu wenig oder zu viel Kortison auf, weil sie meist unsicher sind oder Angst vor den Nebenwirkungen haben. Eine kleine Orientierungshilfe bietet die sogenannte 'Fingerspitzeneinheit' (Finger Tip Unit). Diese entspricht der Menge, die an einem erwachsenen Finger Platz hat, ca. 0,5 Gramm - das reicht aus, um eine handflächengroße Fläche abzudecken.


Bilderquellen - https://www.gesundheitsinformation.de/kortison-richtig-anwenden-und-nebenwirkungen-vermeiden.html

Mögliche Nebenwirkungen

Bei äußerlicher Anwendung von Kortison kann es zu Haarwurzelentzündungen, Pigmentstörungen der Haut (weiße Flecken) und Bildung von Dehnungsstreifen (Schwangerschaftsstreifen) kommen. Viele fürchten sich außerdem vor allem vor der hautverdünnenden Wirkung. Dies äußert sich durch spinnennetzartige erweiterte Äderchen, die auf der Haut sichtbar werden. Jedoch ist das Risiko sowie andere Nebenwirkungen, durch richtige Anwendung, relativ gering. In der Regel erholt sich die Haut recht rasch, nachdem die Behandlung mit Kortison beendet wurde.


Kortison ist nicht gleich Kortison!

Was man wissen muss: "Mit zunehmender Wirkung aller Kortisonpräparate nehmen auch die typischen Nebenwirkungen zu."


Eine weitere Anwendungsart gibt es in Form von Kortisonspritzen. Diese kommen vor allem bei Schleimbeutelentzündungen oder entzündlichen Gelenkerkrankungen (Rheuma) zum Einsatz. Dabei wird das Kortison direkt in das Gelenk injiziert - dies kann zu lokalen Schwellungen rund um die Einstichstelle führen. Bei mehrfacher Anwendung kann die betroffene Stelle deutlich heller werden und die Bänder werden bei dieser Anwendungsform geschwächt. Selten kommt es zu schwerwiegenden Komplikationen wie Gelenksinfektionen, Sehnenrisse (vor allem im Schulterbereich) und Nervenschäden. Um dies zu vermeiden sollte eine Pause von 4 - 12 Wochen zwischen den Anwendungen eingehalten werden. Eine Höchstzahl an Kortisonspritzen gibt es nicht - es hängt auch von der, zu behandelnden Krankheit ab.


Kortisonsprays gibt es zum Inhalieren oder als Nasenspray und werden vor allem zur Behandlung von COPD oder Asthma angewendet. Inhalationssprays mit Kortison können Hustenreiz und Heiserkeit auslösen. Bei Kindern angewandt kann dies auch zu vorübergehenden Verzögerung des Wachstums zur Folge haben. Kortisonsprays lassen die Schleimhäute in der Nase und den Nebenhöhlen abschwellen.


Bei verschiedensten chronisch-entzündlichen Erkrankungen werden auch Kortisontabletten eingesetzt um Schübe zu behandeln. Anfangs war dies Prednisolon, das immer noch eingesetzt wird. Zu diesen Erkrankungen zählen unter anderem Morbus Chron, Colitis ulcerosa, rheumatoide Arthritis (Rheuma) oder Multiple Sklerose. Aber auch zur Behandlung von allergischen Reaktionen werden Tabletten mit Kortison eingesetzt. Kortison in Tablettenform kann auch zu stärkeren Nebenwirkungen führen, je nach Anwendungsdauer und Dosierung. Bei Einnahme von 2-3 Wochen kommt es jedoch selten zu schwerwiegenden Nebenwirkungen, welche sich bei wiederholter Gabe und längerer Dauer erhöht.

Mögliche Nebenwirkungen

- Gewichtszunahme durch Heißhungerattaken - Schlafstörungen

-Bluthochdruck - erhöhter Blutzucker

- erhöhte Cholesterinwerte - Osteoporose

- verdünnte Haut (Kortisonhaut) - Akne

- höhere Gefahr von Infekionen - erhöhtes Thromboserisiko

- Grauer Star - Depressionen

- Wachstumsverzögerung bei Kindern - Magengeschwüre

- Morbus Cushing (Fetteinlagerungen im Gesicht und Bauch - Dehnungsstreifen)


Kortison kann außerdem die Wirkung oder Nebenwirkung von anderen Medikamenten verstärkten oder abschwächen, somit ist es notwendig der Ärztin oder dem Arzt mitzuteilen, wenn Kortisontabletten eingenommen werden. Es empfiehlt sich auch immer ein Magenschutz dazu einzunehmen. Sofern nicht anders angeordnet sollen Kortisontabletten immer morgens eingenommen werden.


Bei richtiger Anwendung macht Kortison auf jeden Fall Sinn, jedoch muss darauf geachtet werden, wie lange und in welcher Dosierung diese verabreicht werden.

Bei zu langer Dauer und falscher Dosierung ist die Anfangsfrage rasch beantwortet - Die Antwort lautet NEIN!

Nähere Infos gibt Ihnen Ihr Hausarzt oder auch der wund-erbaer.


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